hr-Sinfoniekonzert - Der wunderbare Mandarin
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hr-Sinfoniekonzert - Der wunderbare Mandarin

hr-Sinfoniekonzert - Der wunderbare Mandarin

hr-Sinfoniekonzert - Der wunderbare Mandarin


Lise de la Salle
| Klavier
Vocalconsort Berlin
Andrés Orozco-Estrada | Dirigent

Johannes Brahms | 1. Klavierkonzert
Béla Bartók | Der wunderbare Mandarin
Johannes Brahms | Schicksalslied

Eine Veranstaltung des hr-Sinfonieorchesters in Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

In Ungarn durfte Béla Bartóks Pantomime »Der wunderbare Mandarin« zunächst gar nicht gezeigt werden, aber auch nach der Kölner Uraufführung 1926 ließ der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer alle weiteren Aufführungen vom Spielplan nehmen. Prostitution, Totschlag, Räuberei, Straßenlärm auf einer Ballettbühne: Ein solch neues Sujet und eine so bildhafte, expressionistisch übersteigerte musikalische Umsetzung verstießen demnach allerorten allzu sehr gegen Sitte und Moral. Der »Mandarin« war ein Skandal – ein Auf- und Anreger ist er bis heute. Bartók selbst nannte die Pantomimen-Handlung dagegen »wunderschön «, der Klangsprache dazu gab er aber eine enorme Fallhöhe mit. »Hier reißt die Musik vom ersten Ton an in die Tiefen der Hölle hinab «, beschreibt es der Bartók-Forscher György Kroó. »Es ist kein Lärm nur für die Ohren, sondern eine Musik, die mit ihrer alarmierenden Grausamkeit das Innere aufwühlt.« Brahms dagegen widmet sich der Gegenwelt. In seiner Vertonung von Hölderlins »Schicksalslied« kommt man der Sphäre der Götter ganz nah. »Ihr wandelt droben im Licht, auf weichem Boden, selige Genien«, heißt es da. »Schicksallos, wie der schlafende Säugling, atmen die Himmlischen.«

Der vorgesehene Pianist Leif Ove Andsnes musste seine Mitwirkung in den Konzerten aufgrund einer Ellenbogenerkrankung leider kurzfristig absagen. Für ihn konnte wir die junge französische Pianistin Lise de la Salle als Ersatz in Brahms 1. Klavierkonzert gewinnen. Lise de la Salle gilt als eine der derzeit aufregendsten jungen Künstlerinnen. Der erst 30-jährigen Pariserin sagt man eine außergewöhnliche Sensibilität und Reife nach. Ihr Spiel inspirierte die Washington Post zu folgendem Kommentar: »Bei weiten Teilen des Konzert vergaß das Publikum fast zu atmen. Die Anspannung ließ erst nach, als sie ihre Hände von den Tasten nahm.«

(Bild: © Özgür Albayrak)

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